Grimme Online Awards 2017


Nicht nur was das Fernsehen angeht, sondern auch für Online-Angebote gibt es diese Auszeichnung, mit der herausragende publizistische Leistungen in Deutschland prämiert werden. Weniger bekannt, aber mit ähnlichen Absichten stellen die Grimme Online Awards Projekte in den Vordergrund, die sich im Internet tummeln und dieses dabei auf ganz spezielle Art nutzen. Das können Webreportagen, Webseiten, Apps, Podcasts oder Channels von Nutzerinnen und Nutzern auf Twitter sein – der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt. Wichtig ist für die Jury nur, dass es sich um hochwertige Angebote handelt. Eine Fachkommission nominiert Kandidatinnen und Kandidaten und die Jury wählt anschließend aus, wer in den Kategorien “Information”, “Wissen und Bildung”, “Kultur und Unterhaltung” sowie “Spezial” die jeweils bis zu zwei Preise abräumt. Die Kriterien, nach denen die Jury entscheidet, sind unter anderem die Qualität der journalistischen Arbeit, die Relevanz des Angebots für die Gesellschaft und die Demonstration von sozialer Verantwortung. Parallel dazu wird ein Publikumspreis verliehen, über den online abgestimmt werden kann.

Geschichte des Grimme-Preises

Der Grimme-Preis (oft fälschlich ohne Bindestrich “Grimmepreis” geschrieben) ist einer der ältesten und renommiertesten Fernsehpreise in Deutschland. Er wird seit 1964 jährlich in unterschiedlichen Kategorien vergeben und ist nach dem ersten Generaldirektor des Nordwestdeutschen Rundfunks, Adolf Grimme, der von 1889 bis 1963 lebte, benannt. Ebenso wie beim Grimme Award Online kann bei der Findung der Preisträgerinnen und Preisträger zunächst jeder und jede mitmachen. Das ganze Jahr über sammelt das Grimme-Institut in der Stadt Marl Vorschläge dafür, welche Fernsehsendungen und -beiträge prämiert werden sollen. Eine Nominierungskommission sortiert all die Vorschläge und setzt die besten auf eine Shortlist, aus der dann wiederum eine Jury auswählt. Beteiligt sind daran Fernsehkritiker und -kritikerinnen, Medien- und Bildungsfachleute sowie Publizistinnen und Publizisten. In den Kategorien “Fiktion”, “Unterhaltung” und “Information und Kultur” werden die Grimme-Preise vergeben. Während es früher noch weitere Kategorien und Abstufungen der Preise gab, wurde dies mit der Zeit abgeschafft. Jetzt gewinnen TV-Schaffende entweder einen “normalen” Grimme-Preis oder einen in Gold, mit dem besonders herausragende Leistungen prämiert werden. Die Grimme-Preis-Trophäe wurde in Ulm entworfen und symbolisiert mehrere miteinander kombinierte Fernsehbildschirme.

Preisträger Grimme Online Awards 2017

Die Verleihung der Grimme Online Awards 2017 fand am 30.06.2017 in der Flora in Köln statt. Rund dreihundert Gäste feierten gemeinsam mit musikalischer Untermalung der Band Woman die Preisträgerinnen und Preisträger. Diese hatten sich natürlich dem feierlichen Anlass entsprechend herausgeputzt, manche hatten vielleicht Top- Bekleidung bei revolutionrace.de gekauft. In der Kategorie “Information” gewann zum Beispiel der “WDR-Kandidatencheck”. Im Zuge der Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen hatten die Macherinnen und Macher dieser Sendung Direktkandidatinnen und Direktkandidaten aus allen Wahlkreisen interviewt: Immer die gleichen Fragen, immer die gleiche Zeitspanne, immer die gleiche Kameraeinstellung. “Ein Stück demokratische Grundversorgung”, fand die Jury. Gleich noch einmal ausgezeichnet wurde der WDR – dieses Mal in der Kategorie “Kultur und Unterhaltung” – für sein Virtual Reality-Projekt “Der Kölner Dom in 360° und VR”, in dem man sich durch den virtuellen Dom bewegen und jede Ecke des ehrwürdigen Bauwerks erkunden kann. Sogar der Sound passt sich den eigenen Bewegungen an und lässt einen so ganz wirklichkeitsnah den Bau erfahren – wirklich preisverdächtig!